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Czesław Gerwel „Orłoś”

Leutnant Czesław Gerwel, Pseudonym „Orłoś”, wurde am 18. Juli 1909 in Baranawitschy (heute Weißrussland) geboren. Er besuchte das Gymnasium Romuald Traugutt in Brest. 1939 beendete Gerwel sein Studium an der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der Posener Universität. Im Mai 1940 wurde Gerwel gemeinsam mit seiner Frau zur Zwangsarbeit nach Martenshagen bei Stralsund in Vorpommern deportiert. Nach der Freilassung im Dezember 1940 zog Gerwel mit seiner Familie nach Warschau. Ab 1941 arbeitete er für das Nationale Hygiene-Institut. Noch im selben Jahr trat er der Heimatarmee (Armia Krajowa) bei. Seine Aufgabe im polnischen Widerstand war die Produktion und der Schmuggel von Typhus-Impfstoffen in das Warschauer Getto und an Partisanen Einheiten. Ab 1942 diente Gerwel im Marine-Verband des Oberkommandos der Heimatarmee „Alfa“ und ab dem 14. September 1943 war er Kadett  des Gesundheitsdienstes. In den Jahren 1942-1944 studierte Gerwel Medizin in der geheimen Untergrund Universität der Western Ländern. Im Aufstand war er Mitglied der Gruppe „Chrobry II“. Hier betrieb Gerwel ein Labor für Bakteriologie-Epidemiologie und eine Apotheke in einem Feldkrankenhaus in der Wspólna Straße 27. Nach der Kapitulation gelangte Gerwel in das Stalag IV B in Zeithain. Hier war er an der Gründung und dem Betrieb eines polnischen Militär-Krankenhauses beteiligt und als junger Chefarzt tätig. Nach der Befreiung des Lagers studierte Gerwel am Zentrum für Polonische Studenten in Brüssel und kehrte 1946 nach Polen zurück. Seit 1951 besaß er den Titel Doktor der Mathematik und Naturwissenschaften. Ab 1961 führte Gerwel den Titel Professor Extraordinarius und eröffnete die erste Klinik in Polen für parasitäre Krankheiten an der Akademie der Medizin in Posen. Gerwel war Autor zahlreicher Publikationen auf dem Gebiet der Parasitologie. Er starb am 12. September 1974 in Posen.

 

  • Während des Warschauer Aufstands und seiner Internierung im deutschen Stalag IV B in Zeithain gelang es Gerwel 216 Fotos mit seiner Leica Kleinbildkamera aufzunehmen. Die Kamera bekam Gerwel von seinem Bruder dem Arzt Tadeusz Gerwel. Auf der Innenseite der Kamera-Tasche steht handschriftlich geschrieben: Dr. med. T. Gerwel, Świętojańska Straße, Gdynia, Poland). Es gelang Czesław Gerwel die Negative vom Warschauer Aufstand mit ins Stalag Zeithain zu schmuggeln und sie hier, während diverser Durchsuchungen, zu verstecken. Seine Fotografien entstanden im August und September 1944. Sie geben einen Einblick in das Leben der Aufständischen, der Sanitäter und der Zivilbevölkerung an der Kreuzung der Wielka und Sienna Straßen und der unmittelbaren Umgebung. Gerwels letzte Aufnahmen entstanden Ende September im Feldlazarett in der Wspólna Straße 27. Die Fotografien aus dem polnischen Militärkrankenhaus in Zeithain zeigen den Alltag im Lager – Ärzte und Krankenschwestern bei der Durchführung ihrer Aufgaben und Ruhepausen sowie die Patienten in den Krankenbaracken.
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