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Wiesław Chrzanowski „Wiesław”

Oberleutnant Wiesław Chrzanowski, (Pseudonym Wiesław) wurde am 4. Dezember 1920 in Sosnowiec geboren. Er machte seinen Abschluss am Joachim Lelewel-Gymnasium und beendete die Reserve-Offizierschule in Modlin mit dem Grad des Unterleutnants. Im September 1939 war er an der Verteidigung der Festung Modlin beteiligt. 1940 schloss sich Chranowski der Nationalen Militärorganisation (NOW) an und diente ab 1943 in der Heimatarmee (AK) im Bataillon NOW-AK „Antoni“, Kompanie „Aniela“. Er führte Schulungen an der konspirativen Reserveoffiziersschule der Infanterie durch. Während der Besatzungszeit studierte er zwei Jahre an der Staatlichen Hochschule für Technik – der besetzten Technisachen Universität Warschaus – parallel dazu realisierte er im Untergrund das Programm der Technischen Hochschule aus der Vorkriegszeit. Im Warschauer Aufstand war er Kommandant des 2. Kompanie-Regiments „Anna“ Bataillon „Gustaw“ Gruppe „Róg“ in der Altstadt sowie in der nördlichen Innenstadt, nachdem er die Altstadt durch die Kanäle verließ. Nach dem Fall des Aufstands war Chrzanowski in verschiedenen Kriegsgefangenenlagern inhaftiert: Fallingbostel Stalag XI B, Bergen-Belsen Oflag XI B/Z, Grossborn Oflag II D, Sandbostel Stalag XB und Lübeck Oflag X C. Im November 1947 kehrte er zurück nach Polen, nachdem er das Studium an der Technischen Hochschule in München (TUM) abgeschlossen hatte. Er arbeitete für das Stahlwerk Schlesiens Hütte in Chorzów, in der Traktorenfabrik in Ursus und hielt Vorlesungen an der Technischen Hochschule in Warschau. Chrzanowski verstarb am Ostersonntag, den 24. April 2011 in Warschau.

 

  • Während des Warschauer Aufstandes machte Wiesław Chrzanowski 145 Fotos in der Altstadt, in der nördlichen Stadtmitte sowie nach dem Aufstand in den verschiedenen Kriegsgefangenenlagern. Chrzanowski fotografierte mit der Kleinbildkamera Kodak Retina und Kine Exakta auf Negativfilmen u.a.: Agfa Ultrarapid, Agfa Isopan F, Agfa Isopan ISS und Mimosa. Einen Teil der noch nicht entwickelten Filme verbarg er im Keller des Hauses in der Wilcza Straβe 3. Den restlichen Teil der Bilder konnte er unentdeckt durch alle Gefangenenlager schmuggeln. In der Gefangeschaft, in Bergen-Belsen und Lübeck nahm er über 90 Fotos mit der Exakta auf. Chrzanowskis Fotos, ähnlich wie die Sammlungen anderen Fotografen, die gleichzeitig auch Soldaten waren, dokumentierten vor allem das Leben hinter den Kulissen der Kämpfe – Ruhephasen, Mahlzeiten, nachgestellte Angriffe der Aufständischen. In Crzanowskis Sammlung gibt es jedoch auch die Bilder tragischer Ereignisse dieser Zeit: die Explosion eines deutschen Sprengstoffträgers am 13. August in der Kiliński Straße, die Evakuierung über Straßen der zerstörten Stadt, sowie Porträts seiner Mitkämpfer/Kameraden, die gerade ihre Nächsten verloren hatten. Zu den interessantesten und bekanntesten Fotos gehören die Darstellungen der Gräben in der Jerozolimskie Allee, die das nördliche Stadtzentrum mit dem südlichen Stadtzentrum verband. Ausserdem die Aufnahmen von Aufständischen, die in den Lagern der Brauerei Haberbusch & Schiele Säcke mit Gerstenkörnern befüllen für die sogenannte “zupa pluj” (de.: Spucksuppe). Das Korn wurde in der Mühle gemahlen und für Kornkaffee verwendet. 

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