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Joachim Joachimczyk „Joachim”

Leutnant Joachim Joachimczyk, Pseudonym Joachim, wurde am 16. Mai 1914 in Swornegacie im Landstrich Kaschubien geboren. 1938 absolvierte Joachimczyk eine militärische Ausbildung zum Kadetten der Reserve-Infanterie. Im September 1939 kämpfte er in der 16. Pommerschen Infanterie-Division in der Region Góry Świętokrzyskie (Heiligkreuzgebirge). Die Besatzungszeit in Warschau verbrachte er in Warschau. 1942 erhielt Joachimczyk eine Schulung im Referat für Fotografie des Büros für Information und Propaganda (BIP) der Hauptkommandantur der Armia Krajowa (Heimatarmee). Während des Warschauer Aufstands fotografiert er als Kriegsberichterstatter für die Abteilung Kriegsberichterstattung – Prasowy Sprawozdawca Wojenny (PSW) in der Innenstadt, im Stadtteil Powiśle und Czerniaków. Sein direkter Vorgesetzter war Leutnant Stanisław Olkusznik, Pseudonym Śmiałowski, der Leiter der Information und Film Abteilung des BIP. Nach der Kapitulation des Aufstandes kam Joachimczyk in das Stalag X B nach Sandbostel, konnte aber während eines weiteren Transportes fliehen. Im November 1944 ging er nach Gdynia, wo er sich der Widerstandsgruppe Tajny Hufiec Harcerzy, THH (Geheime Pfadfindergruppe) anschloss. Hier war er an zwei Untersuchungsoperationen unter dem Decknamen der B-1 und B-2 beteiligt. Die Operation B-1 beinhaltete das Stehlen der Pläne des deutschen Marinestützpunktes in Gdynia  und die anschließende Übergabe der Pläne an die britische Royal Air Force. Am 18. - 19. Dezember 1944 flogen die Briten Luftangriffe und zerstörten mehrere Schlachtschiffe, darunter auch das Schiff "Schleswig-Holstein", welches am 1. September 1939 die polnischen Verteidigungsstellungen auf der Halbinsel Westerplatte beschoss und somit den Zweiten Weltkrieg auslöste. Die Operation B-2 überlieferte die deutschen Pläne zur Besetzung der Stadt Gdynia an die Roten Armee, welche daraufhin schneller, bereits im  März 1945, die Deutschen aus der Stadt vertreiben konnten.

Nach dem Krieg beendete Joachim Joachimczyk das Wirtschaftsstudium. Viele Jahre arbeitete er als Lehrer und Direktor an der Schule für Chemie in Gdynia. Die wahre Identität des einstigen Kriegsberichterstatters Joachim blieb im Laufe der Jahre unentdeckt. Erst  1979 wurde Sie von Prof. Władysław Jewsiewicki entdeckt, einem Filmhistoriker und Forscher zu Fotografien aus dem Warschauer Aufstand. Joachim Joachimczyk starb am 4. Mai 1981 in Danzig. 1984 wurden seine Bilder aus dem Warschauer Aufstand in einer Ausstellung im Warschauer Königsschloss gezeigt.

 

  • Die ersten Bilder von Joachim Joachimczyk entstanden am 3. August und zeigen das Geschehen auf dem Napoleon-Platz. Joachimczyk ging mit einer Kamera durch das Stadtzentrum, die Stadteile Powiśle und Czerniaków. Zu den interessantesten Aufnahmen der Sammlung zählen die Bilder, welche deutsche Kriegsgefangene beim Verlassen des stark umkämpften Past-Gebäudes am 20. August zeigen nach der Einnahme des Gebäudes durch polnische Einheiten. Weitere interessante Bilder zeigen Aufständische beim Ausstieg aus den Kanalschächten in der Warecka Strasse nach der Evakuierung der Altstadt am 1. September 1944. Außerdem fotografierte Joachimczyk das alltägliche Leben der Zivilbevölkerung in der umkämpften Stadt sowie ein paar wenige Feierlichkeiten der Aufständischen. Auf einigen Fotografien ist Joachimczyks Ehefrau Maria zu sehen. Sie war Meldegängerin in der Regierungsdelegation für Polen. Seine fotografische Dokumentation des Warschauer Aufstands nahm Joachimczyk  mit einer Kodak und Leica Kamera sowie einer Filmkamera auf. Belichtete Negative übergab er seinem vorgesetzten Leutnant. Śmiałowski, der Joachimczyk gleichzeitig neue Filme und manchmal auch entwickelte Fotos von interessanten Aufnahmen organisierte. Nur die Filme, welche mit der Leica Kamera im August 1944 aufgenommen wurden, blieben erhalten. Die Filme, aufgenommen mit der Kodak Kamera, einschließlich Fotos vom Durchgangslager für Kriegsgefangene in Ożarów und dem Transport in das Stalag, sind verloren gegangen. Sie wurden in einem Kriegsgefangenenlager von einem Wehrmacht Soldaten entdeckt, der versprach die Aufnahmen nach Polen zu schicken. Leider haben diese Aufnahmen den Adressaten nie erreicht. Die restlichen Aufnahmen – vergraben in dem zerstörten Gebäude des Gymnasiums Königin Jadwiga und versteckte Aufnahmen in dem Keller eines Hauses in der Allee Róż wurden nie gefunden.
MPW-IH/2462
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MPW-IH/2467
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MPW-IH/2474
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MPW-IH/3992
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MPW-IH/4000
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