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Eugeniusz Lokajski „Brok”

Unterleutnant Eugeniusz Lokajski, Pseudonym Brok, wurde am 14. Dezember 1908 in Warschau geboren. Im Alter von 16 Jahren schloss er sich dem Sportverein „Warszawianka“ an und trainierte hier u.a. die Sportarten Laufen, Schwimmen und Fußball. 1928 machte er an dem evangelischen Gymnasium Mikołaj Rej das Abitur und begann anschließend sein Studium an der Wirtschaftsschule in Warschau. In den Jahren 1931-1932 leistete er seinen Wehrdienst in der Reserveoffiziersschule der Infanterie in Zambrów ab. Nach seiner Rückkehr nach Warschau schrieb er sich an der Zentralanstalt für Leibeserziehung (CIWF) ein. 1934 wurde er Assistent und Lehrer der Leichtathletik. Zu dieser Zeit übernahm er auch die Arbeit als Sportlehrer an seiner ehemaligen Schule. In den Jahren 1934-1937 nahm Lokajski erfolgreich an zahlreichen sportlichen Wettkämpfen teil, u.a. gewann er die Polnische Meisterschaft im Speerwurf (1934), er erreichte den zweiten Platz im Fünfkampf bei den Weltmeisterschaften in Budapest (1935) und stellte den polnischen Rekord im Speerwurf auf, welcher 17 Jahren ungeschlagen blieb (1936). Im selben Jahr nahm Lokajski an den Olympischen Sommerspielen in Berlin 1936 teil und gewann im Speerwurf während des sportlichen Dreiertreffens der Länder Griechenland - Polen - Tschechoslowakei in Athen (1937). Im September 1939 war Lokajski Kommandeur des Zuges in dem 35. Infanterie-Regiment in der Region Brest. Nach seiner Gefangennahme floh er im Oktober nach Warschau. In den ersten Jahren der Besatzung versteckte er sich in dem kleinen Dorf Paprotnia in der Nähe von Warschau und verdiente sich als Arbeiter. Später betrieb er ein Fotostudio in der Berezyńska Straße im Warschauer Stadtteil Saska Kępa. Hauptsächlich bediente er hier das Genre der Theaterfotografie. Im Jahr 1942 eröffnete er ein weiteres Fotogeschäft im Haus seiner Mutter in der Innenstadt/Śródmieście  in der Łucka Straße 2. Seine erste Funktion im Widerstand begann er als Sportlehrer für polnische Studenten. Um die deutschen Besatzungsbehörden zu täuschen, nannte sich der verbotene Unterricht, der an der Weichsel stattfand, "Punkt Waschen und Baden". Weiterhin unterrichtete Lokajski an der konspirativen Zentralanstalt für Leibeserziehung (CIWF). Während dieser Zeit arbeitete er offiziell als Lehrer der Gymnastik an der Allgemeinen Privatschule Mikolaj Rej. Im Januar 1944 legte er bei der Heimatarmee den Soldateneid ab und nahm den Platz von seinem Bruder Józef ein, der am 23. Dezember 1943 bei Gefechten mit Deutschen ums Leben kam. Lokajski wurde Zugführer der 3. Kompanie „Praga“,welche zum I. Bataillon der III. Region Rembertów im VII. Bezirk der Heimatarmee „Obroża” gehörte. Während des Warschauer Aufstands war Lokajski zunächst Verbindungsoffizier der Kompanie „Koszta“ und ab dem 30. August Kommandant der Einheit. Er erhielt die Berechtigung: "zum Tragen und Nutzen eines Fotoapparates und einer Filmkamera“. Lokajski machte vor allem Fotos in der Innenstadt und ließ sie im Haus seiner Schwester Zofia Domańska entwickeln, die seine Negative verwahrte. Am 21. oder 22. August zeigte das Kino "Palladium" einen Kurzfilm von Lokajski, der die Erstürmung des PAST Gebäudes (Polnische Telefongesellschaft) zeigt. Am 25. September, kurz vor der bevorstehenden Kapitulation wurde Lokajski in die Hauptkommandantur der Heimatarmee berufen. Er sollte Bilder für falsche Dokumente machen, die den Aufständischen die Möglichkeit geben sollten, die Stadt in der Gruppe der Zivilbevölkerung zu verlassen. An diesem Tag kam Eugeniusz Lokajski in den Trümmern des zerbombten Gebäudes in der Marszałkowska Straße 129, in dem sich ein Fotolabor befand, ums Leben.

 

  • Lokajski gelang es mit seinen Bildern, alle wichtigen Aspekte des Warschauer Aufstands zu erfassen: den Kampf der Aufständischen und das alltägliche Leben der Zivilbevölkerung, die Barrikaden und Feldlazarette, Beerdigungen der Opfer infolge der deutschen Bombardierungen – und eine aufständische Hochzeit. Mit der Leica Kamera, die er in den ersten Tagen der Kämpfe erhielt, dokumentierte Lokajski die Straßen der nördlichen Innenstadt: die Królewska Straße zum Napoleon Platz, von der Tamka Straße bis zur Bagno Straße. Die größte Gruppe der Bilder zeigt die Eroberung des PAST Gebäudes, ein wichtiger Verteidigungspunkt der Deutschen. Lokajskis Fotos erschienen häufig in Nachkriegspublikationen. Seine Fotografien sind die bekanntesten Porträts von Aufständischen, Boten und Pflegerinnen.
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