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Jerzy Kokczyński „Boczkowski”

Der Unteroffizier Jerzy Kokczyński, Pseudonym „Boczkowski“wurde am 12. November 1920 in Posen als Sohn von Marcel und Stanislawa (geb. Zachorski) geboren und verstarb am 30. April 1998. 1940 zog er mit seinen Eltern nach Warschau. Seit 1941 war er Mitglied der Nationalen Militärorganisation, eine Widerstandsorganisation, welche als Vorläufer der Heimatarmee angesehen wird. Kokczyński setzte seine Untergrundtätigkeiten in der Nationalen Militärischen Volksorganisation fort. Er beendete die Ausbildung im konspirativen Untergrund an der Kadetten-Infanterie-Schule der Nationalen Streitkräfte mit dem militärischen Rang eines Unteroffiziers. Im Warschauer Aufstand diente er im General W. Sikorski („Sikora“) Regiment der Nationalen Streitkräfte in der Angriffs-Truppe in der Czacki Straße. Im September sollte Kokczyński mit seinem Platon/Zug Warschau verlassen. In Ermangelung einer solchen Möglichkeit schloss sich sein Zug der 2. Kompanie „Ziuka“ und dem Bataillon Miłosz“ an, indem Kokczyński bis zum 2. Oktober kämpfte. Nach der Kapitulation des Aufstands war Jerzy Kokczyński als Freiwilliger in der Kompanie "A" im Bataillon für die Evakuierung und Schutz sowie die Beaufsichtigung des Auszugs der Soldaten und Zivilisten aus Warschau eingesetzt. Zu seinen Aufgaben gehörten die Dokumentation der Zerstörung und die Hilfestellung bei der Evakuierung von Krankenhäusern und der Zivilbevölkerung. Kokczyński wurde mit der Tapferkeitsmedaille für seinen Einsatz in der letzten Phase der Kämpfe ausgezeichnet, wo er einen deutschen Angriff auf das Gebäude des Sejms (Teil des Parlaments, polnische Volksvertretung) verhinderte. Seine Einheit erteilte ihm die Erlaubnis Warschau in der Gruppe der Zivilisten zu verlassen, weil er die Pflegschaft seiner Mutter übernehmen musste. Nach dem Krieg ließ er sich wieder in Posen nieder und trat - zusammen mit Kameraden von der "Sikora" Einheit - der geheimen Studentenbewegung bei. Er arbeitete als Wirtschaftswissenschaftler.

 

  • In der Sammlung befinden sich 50 Negative auf Agfa Superpan. Hier hielt Kokczyński die Aktivitäten seiner Einheit in der Stadtmitte rund um die Region der Czacki Straße und Świetokrzyska Straße fest, darunter auch die Einnahme der Heilig-Kreuz-Kirche (kościół Świętego Krzyża)  sowie der Eroberung der Polizeistation in der  Krakowskie Przedmieście Straße. Diese Sammlung ist ein weiteres Beispiel von Fotografien eines Aufständischen, welche die Etappen des Aufstands zeigen und mit der Erlaubnis des Kommandanten seiner Einheit aufgenommen wurden. Es handelt sich hierbei nicht um eine Foto-Reportage von der Front. Vielmehr gewähren die Bilder einen Blick hinter die Kulissen. Die Aufnahmen sind statisch und die Situationen zum großen Teil angeordnet. Zwei Filme konnten während des Aufstands im Labor in der Nowy Świat Straße entwickelt werden. Diese Bilder befinden sich in der Sammlung. Zwei weitere Filme wurden einem Freund übergeben, der die Filme vor seiner Gefangennahme vernichten musste. Diese Aufnahmen sind verloren gegangen.

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