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Ryszard Witkowski „Romuald”, „Orliński”

Ryszard Witkowski wurde 1926 in Milanówek in der Nähe von Warschau geboren. Seine Mutter Felicja führte in Milanówek ein Fotogeschäft. Vor dem Krieg gehörte Witkowski der 197. Mazowischen Pfadfindergruppe an, nahm an Kursen für Modellbau teil und baute Modellflugzeuge. Während der Besatzungszeit lernte er an der Berufsschule. Ab 1942 arbeitete er zunächst als Mechaniker-Assistent in der Škoda Fabrik und anschließend ab 1943 im Maschinewerk „Pionier“ in Warschau. Schon 1941 schloss er sich dem Widerstand an und wurde unter dem Pseudonym „Romuald“ Mitglied der Nationalen Militärorganisation (Narodowa Organizacja Wojskowa, NOW). Nach der Zusammenführung von NOW mit der Heimatarmee (AK) wurde Witkowski als Soldat der AK unter dem Pseudonym „Orliński“ im VII Kreis „Obroża“ im Bezirk Warschau der Heimatarmee vereidigt. Er war für den Vertrieb der konspirativen Presse zuständig u.a.: „Walka”, „Biuletyn Informacyjny” und „Insurekcja”. 1944 nahm er an der Aktion zum Schutz der alliierten Waffenabwürfe der Einrichtung „Solnica“ in der Nähe der Stadt Grodzisk Mazowiecki teil. Witkowskis Mutter und Schwester Aniela wurden im September und Oktober 1943 aufgrund ihrer Aktivitäten im Untergrund von der Gestapo verhaftet und ins Pawiak-Gefängnis gebracht. Während des Aufstands fanden drei jüdische Flüchtlinge aus Warschau Zuflucht bei den Witkowskis. Józef Roman, ein Gefangener aus dem Pawiak-Gefängnis und Aktivist des im Untergrund operierenden Allgemeinen jüdischen Arbeiterbundes sowie die Brüder Bronisław und Józef Miodowski, die von Aufständischen aus dem Konzentrationslager „Gęsiówka“ befreit wurden. Für Józef Roman fälschte Ryszard die Kennkarte und stellte sie auf den Namen Grotte aus. Im Jahre 1993 erhielt die Familie Witkowski den Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“. Nachdem Aufstand arbeitete Ryszard mit der Organisation „Foto“ der Regierungsdelegation für Polen zusammen. Im Herbst 1945 schrieb er sich an der Abteilung für Luftfahrt der Schule Wawelberg und Rotwand in der Fakultät für Maschinenbau ein. Witkowski war Segelflieger und machte 1947 den Pilotenschein. Im Jahre 1949 nahm er die Arbeit an dem Institut für Luftfahrt in Warschau auf. Aufgrund seiner Aktivitäten in der Heimatarmee wurde er 1950 vom Amt für Sicherheit verhaftet, er verlor seine Arbeit und man entzog ihm die Pilotenlizenz. An das Luftfahrt Institut kehrte er 1955 zurück und erhielt erneut die Pilotenlizenz. Witkowski war einer der ersten im Land zugelassenen Hubschrauberpiloten und nahm an vielen Segelflugwettbewerbenteil.  Er war Autor und Übersetzer für Fachbücher zur Luftfahrt. Witkowski wohnt in Warschau.

 

  • Wie seine Mutter Felicja Witkowska, dokumentierte Richard Witkowski wichtige Ereignisse in Milanówek und Umgebung. Während der deutschen Besetzung machte er Fotos von italienischen Gefangenen und ungarischen Soldaten, die im Gebäude des örtlichen Gymnasiums stationiert waren. Zur Sammlung gehören Fotografien vom Waffenlager der AK, welches von den Deutschen zerstört wurde. Das Krankenhaus Jesuskind musste vom umkämpften Warschau während des Warschauer Aufstands nach Milanówek verlegt werden. Hier porträtierte Witkowski das Personal und die Verwundeten. Einer von ihnen war der jüdische Gefangene Józef Miodowski aus dem befreiten „Gęsiówka“-Lager. Ryszards Schwester Aniela gab vor mit Miodowski verwandt zu sein und kümmerte sich um ihn. Fotografien aus der Nachkriegszeit zeigen das verwüstete Warschau, die rückkehrenden Einwohner in überfüllten Zügen sowie Jugendliche die militärische Übungen in der Umgebung der Stadt Grodzisk Mazowiecki absolvieren. Trotz dieser schweren Zeiten finden sich in der Sammlung aber auch Bilder, die fröhlich stimmen, zum Beispiel die Bilder des Silvesterabends 1944/45 und lächelnde Gesichter der Studenten und Studentinnen und des ersten Nachkriegsjahrgangs der Wawelberg und Rotwand Schule der Fakultät für Maschinenbau. Unter den Fotografien der Nachkriegszeit befinden sich zudem Aufnahmen von Flugzeugwracks.
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